Die Zukunft des Fliegens – Nachhaltigkeit im Luftverkehr
12. Juni 2024
Nachhaltigkeit in der Luftfahrt: Das Projekt SUSTAINair
Die Urlaubszeit steht vor der Tür, und viele Menschen planen ihre Reisen, was zu einem Anstieg der Flugaktivitäten und damit zu einer erhöhten Belastung für das Klima führt. Der Flugverkehr hat sich von den pandemiebedingten Einbrüchen erholt und boomt nun wieder. Diese Entwicklung steht im Gegensatz zu den Bemühungen, die Treibhausgasemissionen zu reduzieren. Verschiedene Länder setzen Maßnahmen zur Reduzierung der CO2-Emissionen im Flugverkehr um. Frankreich hat beispielsweise ein Dekret erlassen, das Inlandsflüge verbietet, wenn eine Zugfahrt von weniger als 2,5 Stunden möglich ist. Zusätzlich wurden die Steuern auf Flüge erhöht, um Investitionen in den Schienenverkehr zu finanzieren. Der Flughafen Amsterdam-Schiphol plant, bis Ende 2025 Nachtflüge abzuschaffen und Privatjetflüge zu begrenzen, um die Lärmbelästigung zu reduzieren und die Klimaziele zu erreichen.
Das europäische Forschungsprojekt SUSTAINair zielt darauf ab, den Luftverkehr nachhaltiger zu gestalten. Unter der Leitung des AIT LKR (Leichtmetallkompetenzzentrum Ranshofen) wurde daran gearbeitet, Flugzeuge durch die Entwicklung leichterer, intelligenter und funktionsintegrierter Struktur- und Triebwerkskomponenten deutlich klimaverträglicher zu machen. Hierbei stehen die Entwicklung neuer Metall- und Verbundwerkstoffe, deren effizienter Einsatz, innovative Fügetechnologien, die Integration von Sensoren in Bauteile sowie das Recycling der Materialien im Fokus.
Neue Up- und Recycling - Methoden
Im Rahmen des Projekts werden neue Up- und Recycling-Methoden für Metall- und Kunststoffverbundwerkstoffe in der Luftfahrt entwickelt, um die Abfälle während des Herstellungs- und End-of-Life-Prozesses erheblich zu reduzieren.
„Basierend auf dem Ansatz der Kreislaufwirtschaft entwickelt SUSTAINair eine Grundlage für einen kosteneffizienteren, CO2-emissionsarmen Betrieb und bekämpft gleichzeitig den Anstieg von Ressourcenverbrauch und Abfall. Nicht zuletzt aus diesem Grund wurde SUSTAINair von der Future Sky Forschungsinitiative der Association of European Research Establishments in Aeronautics (EREA) initiiert“, so LKR-Experte Rudolf Gradinger, der die SUSTAINair-Projektidee maßgeblich mitentwickelt hat.
Zusätzlich sollen neuartige Metalllegierungen und Verbundwerkstoffe wie kohlenstofffaserverstärkte Polymere eingesetzt werden, um die Masse von Flugzeugen zu reduzieren und gleichzeitig ihre aerodynamische Effizienz zu erhöhen. Dies trägt zur Reduktion des Treibstoffverbrauchs und somit der umweltschädlichen Emissionen bei. Die Integration von Sensoren in die Materialien solcher Flugzeugkomponenten ermöglicht eine Überwachung von Echtzeitdaten, wodurch die Wartungszyklen den tatsächlichen Betriebslasten angepasst werden können. Dies erhöht die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Flugzeugstrukturen und senkt gleichzeitig die Wartungskosten.
Durch die sektorübergreifenden Synergien, wie die Zusammenarbeit zwischen der Automobilindustrie und der Luftfahrt, und die Anwendung von Kreislaufwirtschaftsprinzipien wird das Projekt SUSTAINair dazu beitragen, die Luftfahrtindustrie umweltfreundlicher zu gestalten und neue Standards in der Produktion zu setzen.
Mehr Informationen gibt es auf der SUSTAINair-Projektseite.
(Quellen: euronews, euronews, euronews, AIT)
Bild / Link zu Final Conference am 11. & 12. Juni 2024 in Wien
Bei dieser Veranstaltung werden die EU-Schwesterprojekte - CAELESTIS, MORPHO, DOMMINIO, RECAL (Koordination LKR), GENEX und INFINITE - vorgestellt. Jedes dieser Projekte bringt eine einzigartige Perspektive und Fachkenntnis ein und trägt gemeinsam zu der gemeinsamen Aufgabe der nachhaltigen Luftfahrt bei.