Quantensensorik für die Industrie von morgen
14. Juli 2026RECENDT startet QUANTAN: Quantensensorik für die Industrie von morgen
Mit dem Projekt QUANTAN startet das Forschungszentrum RECENDT – Research Center for Non-Destructive Testing – eine neue Initiative zur Weiterentwicklung quantenbasierter Messverfahren für die zerstörungsfreie Analyse von Materialien, Gasen und komplexen Bauteilen. Das Land Oberösterreich unterstützt das Projekt mit 0,75 Mio. Euro. Im Zentrum des Projekts steht die Entwicklung hochpräziser Messverfahren, die bestehende Technologien – etwa Infrarot-Spektrometer – in Sensitivität und Effizienz übertreffen sollen. Ziel ist es, Materialien, Bauteile und chemische Prozesse künftig deutlich genauer und gleichzeitig zerstörungsfrei analysieren zu können.
„Mit QUANTAN treiben wir die Quantensensorik gezielt in Richtung industrieller Einsatzreife voran. Die Weiterentwicklung hochmoderner Messtechnologien schafft die Grundlage für neue Analyseverfahren mit breitem Anwendungspotenzial“, erklärt Dr. Peter Burgholzer, Geschäftsführer von RECENDT, und ergänzt: „Unser Ziel ist es, quantenbasierte Technologien so weit zu bringen, dass sie klassische Messverfahren in Präzision und Effizienz klar übertreffen.“
Quantentechnologie für hochpräzise Analysen
Im Fokus stehen zwei Schlüsselmethoden der Quantensensorik: Quanteninterferometrie und Quantenmagnetometrie. Beide nutzen quantenphysikalische Effekte, um kleinste Veränderungen in Materialien oder chemischen Substanzen sichtbar zu machen. Die Quanteninterferometrie arbeitet mit verschränkten Photonen und ermöglicht Messungen mit bislang unerreichter Sensitivität. Damit lassen sich chemische Stoffe berührungslos analysieren und komplexe Materialstrukturen sichtbar machen. Die Quantenmagnetometrie wiederum erlaubt die Messung extrem schwacher Magnetfelder und eröffnet neue Möglichkeiten zur präzisen Untersuchung von Metallen oder zur Detektion kleinster Defekte in Bauteilen.
Breite Anwendungsmöglichkeiten für Industrie und Forschung
Die entwickelten Technologien adressieren insbesondere industrielle Anwendungen in der Materialprüfung und Prozessanalytik. Einsatzfelder reichen von der Analyse von Gasverunreinigungen über die Untersuchung komplexer Verbundstoffe bis hin zur Detektion von Materialfehlern in metallischen Bauteilen. Damit ergeben sich vielfältige Perspektiven für zentrale Industriezweige wie Energie, Metallverarbeitung, Chemie, Medizintechnik und Elektronik. Oberösterreichische Leitbetriebe wie voestalpine, Lenzing oder FACC zählen zu potenziellen Anwendern.
Weitere Information auf OTS in der Presseaussendung vom 14.07.2026.