31. Mai 2017

Große Forschungszentren setzen ihre Arbeit erfolgreich fort

Die 3. Ausschreibung des COMET-Förderprogramms K2-Zentren verlief für das Forschungsland OÖ sehr erfolgreich. Das K2-Zentrum LCM Center for Symbiotic Mechatronics konnte sich wieder erfolgreich behaupten und wird die eindrucksvolle Entwicklung der vergangenen Jahre weiter fortsetzen. Zudem ist OÖ auch an dem K2-Zentrum IC-MPPE (Integrated Computational Material-, Process- and Product Engineering) in Leoben maßgeblich beteiligt, dass ebenfalls eine Förderzusage erhalten hat.

Linzer Forschungszentrum LCM weiter auf Erfolgskurs

Mit mehr als 100 MitarbeiterInnen und über 200 Unternehmenskunden hat sich die Linz Center of Mechatronics GmbH (LCM) in den letzten Jahren zu einem international anerkannten Forschungszentrum im Bereich der Mechatronik entwickelt. Das K2-Zentrum LCM Center for Symbiotic Mechatronics ist eine Initiative von führenden Industriebetrieben (darunter z.B. Voestalpine Stahl GmbH, AVL List GmbH, Primetals Technologies Austria GmbH, Bernecker + Rainer Industrie Elektronik Ges.m.b.H., Engel Austria GmbH, Salvagnini Maschinenbau GmbH, STIWA Automation GmbH, Trumpf Maschinen Austria GmbH + Co. KG, uvm.), in Kooperation mit renommierten technischen Forschungseinrichtungen – darunter prominent vertreten die Johannes Kepler Universität Linz – sowie ausgewählten internationalen Partnern.

Der Forschungsschwerpunkt am K2-Zentrum wird künftig auf „Symbiotic Mechatronics“ gelegt. Symbiotic Mechatronics ist ein neues Konzept, um die Herausforderung der industriellen Zukunft zusammen mit nationalen sowie internationalen Industrie- als auch wissenschaftlichen Partnern zu meistern. „Monatelange Arbeiten an einem neuen innovativen, zukunftsweisenden Konzept und die Festlegung der Forschungsschwerpunkte für das neue Zentrum haben sich nun ausgezahlt“, freut sich Dipl.-Ing. Dr. Johann Hoffelner, Wissenschaftlicher Geschäftsführer LCM. Symbiotic Mechatronics ist ein neuartiges Paradigma für mechatronische Systeme, ein perfektes Zusammenspiel zwischen mechatronischen Systemen ihren Komponenten und deren physischer, digitaler und menschlicher Umgebung”, erklärt er weiter.

Zu verstehen ist darunter, dass mechatronische Lösungen und Systeme immer mehr Daten und Informationen – sowohl untereinander als auch mit ihrer Umgebung – austauschen. Diese enge Vernetzung der Systeme ist die grundlegende Basis für Zukunftstechnologien wie autonome Fahrzeuge, intelligente Produktionsanlagen, vorausschauende Assistenz-Systeme, selbstlernende Maschinen und vieles mehr. In Zukunft werden die Optimierung und der Betrieb von technischen Systemen und deren Interaktion mit veränderlichen Umgebungen ermöglicht. Dazu bedarf es effizienter Modelle und hochentwickelter numerischer Methoden. Die Systeme erfassen ihre Umgebung und kommunizieren mit relevanten Nachbar-Systemen. Sie schätzen die Auswirkung ihrer Entscheidungen ab. Innovative Antriebe setzen diese virtuellen Entscheidungen dann in realen Prozessen um. Das Ziel ist es, neue Anwendungsmöglichkeiten und die Mehrwertgenerierung in verschiedensten Branchen zu verbessern. Dabei wird ein symbiotischer Ansatz verfolgt, der den gegenseitigen Nutzen eines Systems, seines menschlichen Nutzers und der physischen und digitalen Umgebung maximiert. Symbiotische Mechatronik ist ein Designansatz, der über den Tellerrand der klassischen mechatronischen Systeme hinausdenkt und dabei jegliche Umgebungsfaktoren miteinbezieht.

„Die Linz Center of Mechatronic GmbH spielt eine sehr wichtige Rolle für die oberösterreichische Industrie und hat sich in den vergangenen Jahren durch viele innovative technologische Entwicklungen ausgezeichnet. Das Land Oberösterreich steuert in den nächsten vier Jahren in Summe acht Millionen Euro zur Finanzierung des COMET K2 Kompetenzzentrums bei. Die weitere Forschungsarbeit am Zentrum wird zu einem massiven Innovationsschub in strategisch wichtigen Segmenten für Oberösterreich beitragen und den Technologiestandort Oberösterreich weiter stärken“, betont LH-Stv. Dr. Strugl.

„Als zentraler wissenschaftlicher Partner und Miteigentümer der Linz Center of Mechatronics GmbH freuen wir uns über die Zusage zum neuen K2-Zentrum. Ich danke allen Beteiligten, die den Antrag über viele Monate umfassend vorbereitet und intensiv begleitet haben. Das K2-Zentrum ist ein essenzieller Baustein unserer Strategie, auch international weiter technischer Schrittmacher zu sein“, erklärt JKU-Rektor Univ.-Prof. Dr. Meinhard Lukas. „Die JKU ist Innovator, die Mechatronik klar eine unserer Kernkompetenzen, die wir am Puls der Zeit stetig weiterentwickeln. Das LCM ist in Wissenschaft und Wirtschaft gleichermaßen anerkannt, mit klarem Blick in die Zukunft“, so Rektor Lukas.

Kooperation mit strategischen Partner wichtig

Oberösterreich ist zudem an dem K2-Zentrum IC-MPPE (Integrated Computational Material-, Process- and Product Engineering) in Leoben, Steiermark beteiligt, welches seine erfolgreiche Arbeit im Bereich der Werkstoff-, Prozess- und Produktentwicklung fortsetzen wird. Betrieben wird das K2-Zentrum von dem Materials Center Leoben. Gemeinsam mit seinen hochkarätigen Partnern aus Industrie – darunter etliche OÖ Leitbetriebe wie z.B. Voestalpine Stahl GmbH, Primetals Technology Austria GmbH, AMAG Rolling GmbH, usw. – und Wissenschaft hat das Zentrum in den vergangenen Jahren große Fortschritte bei der Entwicklung von Methoden zur datenbasierten bzw. computergestützten Simulation und Modellierung von Werkstoffen, Prozessen und Produkten gemacht. Um die Möglichkeiten der Digitalisierung weiter voll auszuschöpfen, wird dieser Forschungsschwerpunkt weiter intensiviert werden. Die Forschungsschwerpunkte spielen eine wichtige Rolle für die OÖ Industrie. Das Land OÖ hat daher 1,84 Millionen Euro Fördermittel zur Finanzierung des Zentrums beigesteuert.

Langfristige Forschungskooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft

COMET steht für “Compentence Centers for Excellent Technologies”. Mit diesem Förderprogramm der FFG (Österreichische Forschungsförderungsgesellschaft) sollen langfristige Forschungskooperationen zwischen Wissenschaft und Unternehmen gestärkt werden. Österreichweit gibt es nur 5 solcher K2-Zentren. Die Forschungseinrichtungen werden durch Bund, Bundesländer und die beteiligten Unternehmen finanziert. Die Gesamtförderung für das K2-Zentrum LCM Center for Symbiotic Mechatronics beträgt jährlich 48 Millionen Euro. Diese setzt sich aus 16 Mio. Euro Bundesunterstützung, 8 Mio. Euro Förderung vom Land OÖ und weiteren 24 Mio. Euro von am Projekt beteiligten Unternehmen zusammen.

„Mit der massiven Firmenbeteiligung sind die Zentren im COMET-Programm als Vorzeigemodelle einer effizienten Forschungskooperation zwischen Wissenschaft und Wirtschaft im Sinne eines intensiven Technologietransfers zu betrachten. In der koordinierenden Rolle der UAR konnte man das enorme Engagement der Konsortien – insbesondere der wissenschaftlichen Partner sowie der Unternehmen – sehen. Wir freuen uns sehr über den großen Erfolg“, so DI Dr. Wilfried Enzenhofer, Geschäftsführer der Upper Austrian Research GmbH, die an der LCM beteiligt ist.  

Bild 1: (c) iStock
Bild 2: v.l.n.r.: Dipl-Ing. Gerald Schatz (Geschäftsführer, LCM) und Dipl-Ing. Dr. Johann Hoffelner (Wissenschaftlicher Geschäftsführer, LCM), (c) LCM