12. Juli 2017

Hagenbergs Forschungseinrichtungen sind Impulsgeber im Digitalen Wandel

„IT ist eine Schlüsseltechnologie im Digitalen Wandel. Der intensive Ausbau der Innovationskompetenz im Bereich IT ist für das Land OÖ von enormer Bedeutung und ausschlaggebend für künftiges Wirtschaftswachstum“, sagt LH-Stv. Dr. Strugl. Zwischen 2008 und 2013 ist in OÖ die Wertschöpfung im Bereich ‚Information & Kommunikation‘ jährlich durchschnittlich um 7,3 % gewachsen und damit fast dreimal so stark wie im Österreich-Durchschnitt von 2,5 %. Auch die Zahl der Beschäftigten in diesem Wirtschaftssegment ist in OÖ in den Jahren 2011 bis 2013 um 7,8 % angestiegen (Statistik Austria 2016) und zeigt damit das höchste Branchen-Wachstum.

„Als Forschungs-, Ausbildungs- und Wirtschaftsstandort trägt der Softwarepark Hagenberg wesentlich zu der hohen Innovationskraft Oberösterreichs im Bereich IT bei“, betont LH-Stv. Dr. Strugl. Davon konnte sich der Forschungslandesrat bei seiner Besuchstour durch die oberösterreichische Forschungslandschaft, koordiniert durch die Upper Austrian Research GmbH (UAR), die Forschungsleitgesellschaft des Landes OÖ, überzeugen. Am Dienstag, 27. Juni 2017 war der LH-Stv. Dr. Strugl zu Gast bei der RISC Software GmbH, der Software Competence Center Hagenberg GmbH (beides Beteiligungsgesellschaften der UAR) und der FH Oberösterreich. Dabei konnte er sich einen Einblick in zukunftsweisende F&E-Projekte verschaffen, an denen am Softwarepark Hagenberg gearbeitet wird.

RISC Software GmbH

Die RISC Software GmbH ist ein etabliertes, national und international anerkanntes F&E-Unternehmen. In enger Kooperation mit dem RISC Institut werden Ergebnisse der Grundlagenforschung direkt in die Praxis transferiert und Softwarelösungen für Wirtschaft, Medizin und Industrie entwickelt. Dabei werden in einzigartiger Weise die Kernkompetenzen Symbolisches Rechnen, Mathematik und Informatik im Rahmen der Kompetenzbereiche Logistik-Informatik, Angewandtes Wissenschaftliches Rechnen, Medizin-Informatik und modernste Rechentechnologien zur Entwicklung praxisgerechter Softwarelösungen eingesetzt.

Vor Ort testete LH-Stv. Dr. Strugl einen modernen Simulator, der von angehenden Neurochirurgen genutzt werden wird, um Operationen am offenen Schädel unter realistischen Bedingungen zu üben. Entwickelt wurde der Simulator im Rahmen des Forschungsprojekts ‚Virtual Aneurysm‘ gemeinsam mit dem NeuroMed Campus (ehemals Landesnervenklinik Wagner-Jauregg) und dem MedCampus III (ehemals AKH Linz) des Kepler Universitätsklinikums und der Firma Aesculap entwickelt. Innerhalb der nächsten 2 Jahren sollen die Forschungsergebnisse zu einem marktfähigen Produkt weiterentwickelt und weltweit vermarket werden.

Software Competence Center Hagenberg GmbH

Das Software Competence Center Hagenberg (SCCH) betreibt Forschung und Innovation im Software Engineering und Data Science. Diese Kombination reflektiert genau die Anforderungen von Industrie 4.0 und der Digitalisierung. Hauptanwendungsgebiete sind die industrielle Produktion, sowie die Herstellung von Maschinen und Anlagen. Seit der Gründung des SCCH im Jahr 1999 setzt das COMET K1-Kompetenzzentrum auf anwendungsorientierte Forschung und Entwicklung im Softwarepark Hagenberg. Die enge Kooperation mit zahlreichen namhaften Unternehmen aus Wirtschaft und Industrie macht das SCCH zu einem Paradebeispiel für eine gut funktionierende Ausrichtung entlang der ‚Innovation Chain‘ Bildung, Forschung und Wirtschaft.

Das SCCH beschäftigt sich unter anderem seit Jahren mit dem Thema Predictive Maintenance. Die vorausschauende Instandhaltung von Produktionsanlagen ist ein wesentlicher Werttreiber in der Industrie und ein elementarer Baustein in Industrie 4.0-Produktionsumgebung. Allgemein gilt es dabei die Kosten für Wartungsprozesse zu senken, Produktionsausfälle vollständig zu vermeiden und die Effizienz maßgeblich zu erhöhen. Dabei kommen Methoden aus Data Mining, Machine Learning und Deep Learning zum Einsatz. Im Projekt Smart Maintenance sind renommierte Industriebetriebe wie BMW Motoren und BRP-Rotax sowie die Firma Messfeld und die Montanuniversität Leoben Projektpartner.

Fakultät für Informatik, Kommunikation und Medien der FH Oberösterreich

Die FH OÖ forscht anwendungsorientiert in nunmehr 16 Themenschwerpunkten. Ihre rund 220 ProfessorInnen und 210 Vollzeit-MitarbeiterInnen erarbeiteten 2016 einen F&E-Umsatz von 17,34 Mio. €. Damit zählt die FH OÖ zu den forschungsstärksten Fachhochschulen im deutschsprachigen Raum. Am FH OÖ Campus Hagenberg steht die Forschung ebenso wie das Studienangebot im Zeichen von Informatik, Kommunikation und Medien. 12 Research Groups mit rund 140 wissenschaftlichen MitarbeiterInnen und ProfessorInnen arbeiten in den folgenden drei Bereichen an innovativen Lösungen für die digitale Zukunft: Informations- und Kommunikationssysteme, Medien- und Wissenstechnologien, Software Technologie und Anwendungen.

Bei einem Rundgang durch die Forschungslabors am Campus zeigt sich die enorme Breite an unterschiedlichen Forschungsthemen an der Fakultät: von Industrie 4.0 über Security bis hin zum vernetzten Fahren. Im von Hagenberger Forschern geleiteten K-Projekt HOPL beispielsweise wird nach Algorithmen gesucht, die dabei helfen sollen, komplexe Produktionsprozesse in der Industrie zu optimieren. Beteiligt sind namhafte Partner aus der Industrie und Wissenschaft: VOEST, Rosenbauer, Gebrüder Weiss, Miba Frictec und CARVATECH, PROFACTOR, RISC Software, V-Research, die Johannes Kepler Universität Linz und die Universität Wien. Im vom Land OÖ und Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) geförderten Projekt „Connected Vehicles“ wiederum wird ein Algorithmus entwickelt, der potenzielle Stauzonen identifiziert noch bevor ein Stau entsteht. So kann der optimale Zeitpunkt für die Benutzung einer Alternativroute vorgeschlagen werden und damit nicht nur die Fahrtzeit optimiert, sondern auch der Spritverbrauch sowie die Emission reduziert werden.

IT-Sicherheit zentrales Thema in Hagenberg

Auch das Thema IT-Sicherheit ist an allen Forschungseinrichtungen ein zentrales Thema. „Hagenberg soll zu einem internationalen Kompetenzzentrum für IT-Sicherheit werden. Ein besonderer Schwerpunkt wird dabei der Aufbau eines ‚Information Security Hub‘ in OÖ sein, bei dem die FH OÖ Fakultät Hagenberg mit dem Department Sichere Informationssysteme eine zentrale Rolle spielen wird“, so LH-Stv. Strugl. Im Rahmen des ‚Information Security Hub‘ soll auch eine Servicestelle eingerichtet werden, die Betriebe bei Aspekten der IT-Sicherheit – wie Technik, Recht, Umsetzung, Risikomanagement, etc. – unterstützt. Das Land OÖ wird einige Projekte starten, die insbesondere KMUs zugutekommen werden.

Bild 1 – v.l.n.r.: LH-Stv. Dr. Michael Strugl, MBA, DI Wolfgang Freiseisen, DI Dr. Wilfried Enzenhofer, MBA
Bild 2 – v.l.n.r.: Dir. O.Univ.Prof. Dipl.-Ing. Dr.techn. A Min Tjoa, LH-Stv. Dr. Michael Strugl, MBA, DI Dr. Klaus Pirklbauer, DI Dr. Wilfried Enzenhofer, MBA
Bild 3 – v.l.n.r.: LH-Stv. Dr. Michael Strugl, MBA, DI Dr. Wilfried Enzenhofer, MBA, Dr. Gerald Reisinger, Univ.-Prof. DI Dr. Witold Jacak, FH-Prof. Priv.-Doz. DI Dr. Johann Kastner, DI (FH) Thomas Kern, Dekan FH-Prof. Mag. Dr. Berthold Kerschbaumer 

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