06. März 2020

Industrie 4.0 – Kooperationsabkommen zwischen RWTH Aachen und UAR

Die RWTH Aachen genießt den Ruf als „Mekka für Maschinenbauer“ und setzt in der Forschung einen starken Fokus auf die digital vernetzte Produktion. Mit einer Kooperationsvereinbarung zwischen dem Profilbereich Production Engineering (ProdE) der RWTH Aachen und der UAR, in ihrer Rolle als Leitgesellschaft für Forschung des Landes OÖ, wurde die strategische Basis für eine weitere Zusammenarbeit gelegt.

„Oberösterreich ist als das Industriebundesland Nr. 1 der wirtschaftliche Turbo der Republik. Der globale Wettbewerb und der Klimawandel stellen uns vor große Herausforderungen. Zur Stärkung der Industrie gilt es, den technologischen Vorsprung zu zukunftsweisenden Themenbereichen wie Digitale Transformation, Industrie 4.0 und Nachhaltigkeit weiter auszubauen. Einen klaren Kurs gibt die neue Wirtschafts- und Forschungsstrategie #upperVISION2030 mit definierten Handlungsfeldern und konkreten Maßnahmen vor. Neben dem laufenden Ausbau der heimischen Forschungskompetenzen soll zudem auf internationaler Ebene der Austausch mit Innovationsführern forciert sowie Forschungskooperationen ausgebaut werden“, erklärt Wirtschafts- und Forschungs-Landesrat Markus Achleitner.

Der erste Tag führte die Delegation auf den Campus Melaten der. Die Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen ist mit mehr als 45.000 Studierenden die größte Universität für technische Studiengänge in Deutschland. Jeder fünfte Einwohner in Aachen ist Student. Im Profilbereich Production Engineering (ProdE) der RWTH sind die Kompetenzen in der Produktionsforschung gebündelt. Im Fokus der Forschung des steht die digital integrierte Produktion.  Industrieunternehmen arbeiten eng mit Instituten und Lehrstühlen zusammen, wie beispielsweise dem Werkzeugmaschinenlabor (WZL). Das WZL gilt seit Jahrzehnten weltweit als Synonym für erfolgreiche und zukunftsweisende Forschung und Innovation auf dem Gebiet der Produktionstechnik.

Eine Art Google für die Produktion

Die erfolgreiche Teilnahme der RWTH Aachen bei der Exzellenzinitiative des Bundes unterstreicht ihre Rolle als führende technische Universität. Insgesamt drei Exzellenzcluster sind an der RWTH etabliert – einer davon zum Thema Internet of Production (IoP). Ziel ist es, das digitale Netzwerk „Internet“ und seine Informationsmöglichkeiten auf die Produktionswelt von morgen zu übertragen – eine Art Google der Produktion zu schaffen. Die Vision des Exzellenzclusters „Internet of Production“ sieht damit so aus: essentielle Daten an jedem Ort und zu jeder Zeit abrufen, diese als Entscheidungsgrundlage im Produktionsumfeld nutzen und schließlich direkt über das virtuelle Netzwerk an die Anlagen kommunizieren. Basis dafür ist der sogenannte „Digitale Schatten“ – ein digitales Abbild eines Unternehmens. Datenbasierte Entscheidungen bekommen einen immer höheren Stellenwert in Unternehmen. Das Leitbild einer solchen vernetzten und adaptiven Produktion wird unter anderem im Projekthaus ACTurbo – Aachen Center for Turbomachinery Manufacturing am Beispiel der Herstellung von Turbomaschinen umgesetzt. Die datengetriebene Optimierung dieser Technologien bringt nicht nur positive Auswirkungen auf Effizienz und Kosten, sondern Studien zufolge könnte z.B. die CO2-Emission von Flugzeugtriebwerken um bis zu 30 % verringert werden.

 

Verstärkte Kooperation zwischen Aachen und OÖ

Anknüpfungspunkte zur RWTH Aachen bestehen bereits über Forschungseinrichtungen aus dem UAR Innovation Network sowie die JKU. Die RWTH Aachen ist wissenschaftlicher Partner im COMET K2-Zentrum Symbiotic Mechatronics der LCM. Gemeinsam mit RISC Software und dem RISC Institut werden im Rahmen des H2020-Projekts GRAPES CAD-Anwendungen für die Zukunft gerüstet. Auch mit der JKU wird aktuell in europäischen Forschungsprojekten im Rahmen von H2020 zusammengearbeitet.

„Die Zusammenarbeit in der Produktionsforschung zwischen Aachen und Oberösterreichs soll künftig weiter intensiviert werden. Um diese Intention zu besiegeln, wurde eine Vereinbarung zwischen dem Profilbereich Production Engineering (ProdE) der RWTH Aachen und der Upper Austrian Research (UAR), in ihrer Rolle als Leitgesellschaft für Forschung des Landes Oberösterreich, unterzeichnet“, sagt LR Achleitner. Damit erklären beide Seiten die Absicht, in Zukunft den gegenseitigen Informationsaustausch und Know-how-Transfer in definierten Bereichen zu intensivieren sowie im Rahmen von EU-Projekten stärker zusammenzuarbeiten. „Durch gleichartige Schwerpunkte und die geografische Nähe ist die Region Aachen ein strategisch wichtiger Innovationspartner für die oberösterreichische Forschungslandschaft“, erklärt DI Dr. Wilfried Enzenhofer, MBA, Geschäftsführer der UAR.

Fotos: Denise Stinglmayr / Land OÖ