24. Juli 2017

OÖ wird „Silicon Austria Lab Hochfrequenztechnik“ in Linz aufbauen

Forschungsreferent LH-Stv. Dr. Michael Strugl: „Österreich bekommt mit ‚Silicon Austria‘ ein neues Spitzenforschungszentrum für Mikroelektronik auf Weltniveau – Beteiligung ist einzigartige Chance auch für Innovationsstandort OÖ“

Mit „Silicon Austria“ bekommt Österreich ein neues Spitzenforschungszentrum für Mikroelektronik auf Weltniveau. Das gaben Bundeskanzler Mag. Christian Kern und Infrastrukturminister Mag. Jörg Leichtfried gemeinsam mit den für Forschung zuständigen Landesregierungsmitgliedern der Bundesländer Oberösterreich, Steiermark und Kärnten – Landeshauptmann-Stellvertreter Dr. Michael Strugl/OÖ, Landesrätin MMag.a Barbara Eibinger-Miedl/Steiermark und Landeshauptmann-Stellvertreterin Dr.in Gaby Schaunig/Kärnten - heute in einer Pressekonferenz in Wien bekannt. Das Zentrum nimmt noch heuer seine Arbeit auf. Die drei Standorte von „Silicon Austria“ werden in Graz, Linz und Villach eingerichtet. Oberösterreich übernimmt den Competence Lead im Bereich „Hochfrequenztechnik“ und wird ein „Silicon Austria Lab“ am Campus der Johannes Kepler Universität Linz aufbauen.

„Der Aufbau des ‚Silicon Austria Labs‘ zum Thema Hochfrequenztechnik ist eine einzigartige Chance für den Innovationsstandort OÖ. Mit der Johannes Kepler Universität Linz sowie international renommierten Unternehmen bzw. Weltmarktführern in diesem Technologiesegment kann Oberösterreich Jahrzehnte an Erfahrung in der Entwicklung von Systemen in der Hochfrequenztechnik vorweisen“, sagt Forschungs- und Wirtschaftsreferent Landeshauptmann-Stv. Dr. Michael Strugl. 

Angesiedelt wird das ‚Silicon Austria Lab‘ am neu zu errichtenden Open Innovation Center (OIC) direkt am Campus der Johannes Kepler Universität Linz (JKU). In enger Abstimmung mit bereits vorhandenen Institutionen sollen Kompetenzen und Ressourcen in dem neuen ‚Silicon Austria Lab‘ gebündelt und weiter ausgebaut werden. Zusätzlich soll am Linz Institute of Technology (LIT) ein Fab-Lab entstehen und in Linz eine Innovationswerkstatt – ein sogenannter Makers-Space – aufgebaut werden. Diese mit hochleistungsfähiger F&E-Infrastruktur ausgestatteten Einrichtungen sollen zusätzlich zum Forschungsbetrieb der ‚Silicon Austria Labs‘ für z.B. Start-ups, Studierende, Erfinder, etc. zugänglich sein. Der Zugang zu moderner Infrastruktur soll die Gründung von High-Tech Start-ups erleichtern bzw. forcieren und einen neuen Innovationsschwung in die oö. Start-up Szene bringen.

Zu den maßgeblich beteiligten Organisationen im ‚Silicon Austria Lab Hochfrequenztechnik‘ zählen vor allem das Linz Institute of Technology (LIT) der JKU, mit dem Schwerpunkt Hochfrequenztechnik sowie das neue COMET K2-Zentrum für Symbiotische Mechatronik am Linz Center of Mechatronics GmbH (LCM), mit dem Schwerpunkt der Anwendung von elektronisch basierten Systemen. Zusätzlich wirken am Standort OÖ folgende Forschungseinrichtungen ergänzend: Die neue Pilotfabrik für Industrie 4.0 (LIT Factory), die bestehenden COMET K1-Zentren Pro2Future, SCCH und Wood K plus sowie der Softwarepark Hagenberg mit der Fakultät für Informatik, Kommunikation und Medien der FH Oberösterreich.

Insgesamt 280 Millionen Euro stellen das Infrastrukturministerium, die Bundesländer Steiermark, Kärnten und Oberösterreich sowie die österreichische Industrie für das Forschungszentrum zur Verfügung. Der Bund steuert 70 Millionen Euro bei, die Bundesländer gemeinsam die gleiche Summe. Die Industrie wird diesen Betrag mit 140 Millionen Euro in den nächsten fünf Jahren verdoppeln. Neben Oberösterreich wird in Villach in den Bereichen „Sensorik und Sensorsysteme“ sowie „Leistungselektronik“ geforscht und Graz konzentriert sich auf den Schwerpunkt der „System-Integration“. Insgesamt soll das Zentrum in den kommenden Jahren bis zu 500 neue Top-Arbeitsplätze bringen.

Das Land OÖ wird allein für die Aufbauphase des ‚Silicon Austria Labs Hochfrequenztechnik‘ in den nächsten 5 Jahren insgesamt 12,5 Mio. EUR zur Verfügung stellen. An der gemeinsamen Trägergesellschaft wird Oberösterreich mit 4,95 % – voraussichtlich über die Upper Austrian Research GmbH, die Forschungsleitgesellschaft des Landes OÖ – beteiligt sein.

Hochfrequenztechnik spielt in zahlreichen hochaktuellen Forschungsthemen im Bereich der Digitalisierung eine zentrale Rolle, wie zum Beispiel 5G/6G, Internet of Things, Industrie 4.0, Autonomes Fahren oder bildgebende Diagnostik. „Das neue ‚Silicon Austria Lab‘ wird einen massiven Innovationsschub bei diesen Technologien in Oberösterreich bewirken. Ich freue mich, dass das Land OÖ bei diesem Programm an Board geholt wurde“, zeigt sich LH-Stv. Dr. Strugl erfreut.

Das ‚Silicon Austria‘ Programm soll künftig auch in der Ausbildung von hochqualifiziertem Nachwuchs in der Branche eine wichtige Rolle spielen. „In einem weiteren Schritt ist geplant, im Rahmen von ‚Silicon Austria‘ konkrete Forschungs- und Ausbildungskooperationen mit der oö. Industrie aufzubauen. Zudem sollen künftig Stiftungsprofessuren mit konkreten fachlichen Schwerpunktthemen nach OÖ geholt werden“, sieht LH-Stv. Dr. Strugl bereits die nächsten Schritte für die Zukunft.

Bildtext:

Foto 1 – v.l.: LH-Stv. Michael Strugl, Bundeskanzler Christian Kern und Bundesminister Jörg Leichtfried
Foto: Aigner / BKA – honorarfrei