26. November 2020

PROFACTOR: Implantate zum Knochenaufbau aus dem 3D-Drucker

Für Implantate im Kieferbereich ist oftmals ein Knochenaufbau nötig. Erforderliche Eingriffe bei komplizierten Fällen können Patientinnen zusätzlich enorm belasten. Eine schonenden Alternative wird künftig aus dem 3D-Drucker kommen.

Für einen Knochenaufbau im Kiefer werden in komplexen Fällen unter anderem Knochenteile vom Oberschenkel entnommen und im Kiefer transplantiert. Insbesondere für Personen, die sich in keinem guten gesundheitlichen Zustand befinden, sind solche Eingriffe eine enorme Belastung, da der Heilungsverlauf langwierig sein kann.

Eine schonende Alternative dazu sind biokompatible, resorbierbare Implantate, die mittels additiver Fertigungstechnologien hergestellt werden. Das Steyrer Forschungsunternehmen PROFACTOR leitet ein Projekt mit insgesamt sechs Partnern, in dem dieser Ansatz im Labor erprobt wird. Dabei soll ein patientenspezifisches Implantat aus mehreren Materialien entwickelt werden, welches über die notwendige mechanische Stabilität und die erforderlichen Oberflächeneigenschaften verfügen, um die Geweberegeneration zu beschleunigen.

Das Implantat wird dabei nach der Operation von den entsprechenden Zellen besiedelt und in körpereigenes Material umgebaut. Innen hart und Außen weich – mittels des hybriden, additiven Herstellungsprozesses sorgt eine „harte Phase“ aus Keramik für die stabile Verankerung des Implantats im Kiefer und die „weiche Phase“ für eine gute Knochenheilung und Geweberegeneration. Das 3D-Keramikteil wird dabei mit resorbierbaren synthetischen Materialien bedeckt. Die Geometrie und der Aufbau des Implantats werden anhand von medizinischen Bildgebungsdaten simuliert und automatisch für die Fertigung modelliert.

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